ATD 1/2010 - Karpfenteichwirtschaft und Koi-Herpesvirus-Infektion (KHV)
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 12. April 2012 21:42
- Geschrieben von Brigitte Ebert
Die moderne Aquakultur ist mit weltweiten Zuwachsraten von 6-8% der am stärksten wachsende Sektor in der Nahrungsmittelproduktion. Nicht beteiligt an diesem Zuwachs in jüngster Vergangenheit waren die Länder der Europäischen Union. Das Potential zu nachhaltiger Nutzung und umweltfreundlicher Erzeugung von hochwertigem Lebensmittel aus der Karpfenteichwirtschaft ist vorhanden, kann aber aus marktwirtschaftlichen Gründen nicht voll genutzt werden. Sachsen und Bayern erzeugen zusammen mehr als 75% der Speisekarpfen in Deutschland, Bayern mehr als doppelt so viel wie Sachsen. In beiden Bundesländern ist die Koi-Herpesvirusinfektion weit verbreitet. Der Krankheitsverlauf ist in Sachsen vorwiegend akut und verlustreich, in Bayern wird von stummer Infektion berichtet. Die KHV-Infektion konnte sich in Teilen Deutschlands fast unbemerkt ausbreiten, weil es lange Zeit und weltweit Mängel in der Diagnostik und nicht ausreichendes präventives Denken und Handeln in der Karpfenteichwirtschaft gab. Der Verband deutscher Binnenfischer (VDBi) hat bei der ACFA zusammen mit entsprechenden Funktionären der Tschechischen Republik, von Österreich und Frankreich eine Resolution vorgetragen, die das Ziel hat, die KHV-Infektion aus dem Anhang IV der Richtlinie 2006/88 zu entfernen. Sollte sich die Kommission dafür entscheiden, die KHV-Infektion wieder aus der Liste der nicht exotischen Krankheiten zu entfernen, müsste man über Artikel 43 der Aquakultur-Richtlinie in die KHV-Bekämpfung einsteigen. Wege zur Bekämpfung der KHV-Infektion gibt es und werden praktiziert.
Autor:
Jörg Rapp
Laurenbühlstraße 16
88326 Aulendorf





