ATD 3/2006 - Ist das Töten von tropischen Großgarnelen in Eiswasser zur Lebensmittelgewinnung tiersc

Die wirtschaftlich interessanten tropischen Großgarnelen werden weltweit in Eiswasser getötet und roh in Verkehr gebracht. Gekochte Großgarnelen sind nicht marktfähig. In Deutschland ist jedoch allein die Tötung in kochendem Wasser für Krustentiere zulässig. Ziel dieser Arbeit war es, die Tierschutzgerechtigkeit des Tötens tropischer Großgarnelen in Éiswasser zu beurteilen. Eine abschließende Beurteilung konnte nicht vorgenommen werden, da über das Schmerzempfinden von Arthropoden zu wenig bekannt ist. Für die rechtliche Beurteilung und letztlich die Praxis bedeutet dies, dass die zu treffenden Entscheidung über die Zulassung der bislang nicht zugelassenen Tötung im Eiswasser bis zum Vorliegen entsprechender Forschungsergebnisse stets von gewissen Unwägbarkeiten und von Kompromisshaftigkeit begleitet sein wird - ein Defizit, das jedoch bei anderen, rechtlich bereits zugelassenen Verfahren, gleichermaßen zu kritisieren wäre. Zur Zeit sieht das BfR die Eiswassertötung tropischer Großgarnelen als akzeptabel an, sofern sicher gestellt ist, dass die Wassertemperatur 0,5 °C nicht überschreitet, die zum Erstarren der Körperflüssigkeiten der Großgarnelen führende Temperatur nicht unterschritten wird und die Tiere erst dann aus dem Eiswasser genommen werden, wenn eine Rückkehr von Lebenszeichen ausgeschlossen werden kann.

Autoren:
Dr. Felix Lagrange
Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen im Berliner Betrieb für zentrale gesundheitliche Aufgaben
Invalidenstr. 60
10557 Berlin

Martin Hoffmann
fzmb - Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie e. V.
Geranienweg 7
99947 Bad Langensalza

Prof. Dr. Karsten Fehlhaber
Institut für Lebensmittelhygiene Veterinärmedizinsche Fakultät Leipzig
An den Tierkliniken 1
04103 Leipzig

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