ATD 1/2009 - Futtermedikation vor Ort entspricht nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik
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- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 24. Oktober 2009 19:56
- Geschrieben von Brigitte Ebert
Fütterungsarzneimittel dürfen seit Anfang 2006 in Deutschland nur noch in Betrieben hergestellt werden, die über eine Herstellungserlaubnis nach § 13 Arzneimittelgesetz (AMG) verfügen. Damit wollte der Gesetzgeber erreichen, dass die orale Medikation bei Nutztieren (insbesondere Schweine und Geflügel) nur noch mit qualitativ hochwertigen Arzneimitteln erfolgt. Weil sich vor allem die praktizierenden Tierärzte und Tierhalter dieser Intention verweigert haben, findet seitdem stattdessen bundesweit im Wesentlichen die orale Verabreichung von Arzneimitteln bei Nutztieren mittels Pulvern zum Eingeben über das Futter (orale Pulver) unter Einsatz von Dosierern bzw. fahrbaren Mahl- und Mischanlagen oder über Tränkewasser statt. Ob diese Vorgehensweise dem Stand der veterinärmedizinischen Wissenschaft entspricht und wie sie rechtlich zu bewerten ist, ist jedoch sehr umstritten. In Feldversuchen sollte deshalb geprüft werden, ob mit der heutigen Praxis der Futtermedikation vor Ort die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Behandlung von Tierbeständen erfüllt sind. Die hier vorgestellten und zum Teil bereits veröffentlichten Ergebnisse von Feldversuchen lassen den Schluss zu, dass mit den geprüften Dosierern eine therapeutisch angemessene Behandlung von Tiergruppen nicht sicher zu gewährleisten ist. Anscheinend stellt selbst die Bedienung und Kalibrierung der Dosierer in der Praxis ein Problem dar. Die Medikierung von Futterbrei liefert dagegen bei zentraler Anmischung exzellente Ergebnisse. Als Fazit bleibt festzustellen, dass ohne Einbringung von Energie (Mischen) eine homogene Verteilung von Arzneimittelwirkstoffen (Antibiotika oder Antiparasitika) im Futter nicht erreichbar ist. Der Einsatz der heute auf dem Markt befindlichen Dosierer entspricht insofern nicht dem Stand der veterinärmedizinischen Wissenschaft.
AutorIn:
Dr. sc. med. vet.
Dietmar Walther Richard Bleyl
14469 Potsdam-Nattwerder
Dr. Anke Klemann
Landeslabor Berlin-Brandenburg
Institut für Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Umwelt
Invalidenstraße 60
10557 Berlin





