ATD 1/2009 - Die Tiergesundheit von Nutztierbeständen als ein zentrales Element des Tierschutzes und

Die Tiergesundheit von Nutztierbeständen als ein zentrales Element des Tierschutzes und der Lebensmittelsicherheit

Anhand der Darstellung der Entwicklung des Tierschutzverständnisses und des Fokus der Tierschutzaktivitäten in der Nutztierhaltung in den vergangenen Jahrzehnten werden die heutigen Anforderungen an einen wissenschaftlich begründeten und in der Praxis umsetzbaren Tierschutz abgeleitet. Im Gegensatz zu den lange praktizierten Versuchen, Haltungssysteme zu entwerfen bzw. gesetzlich vorzuschreiben, in denen es den Tieren nach menschlichem Ermessen „gut gehen“ müsste (dazu zählt auch der erst im vorigen Jahr abgeschlossene „Nationale Bewertungsrahmen für Tierhaltungssysteme“), sollte begonnen werden zu bewerten, wie es den Tieren in ihrer jeweiligen Haltung tatsächlich ergeht – und dabei muss die Bewertung der Tiergesundheit und des Tierverhaltens im Vordergrund stehen. Die Aufgabe für die nächste Zeit heißt also: Entwicklung von möglichst quantifizierbaren Kriterien für einen nicht nur haltungs-systemorientierten, sondern auch tierorientierten Tierschutz. Im vorliegenden Artikel werden Vorschläge für eine semiquantitative Beurteilung der Bestandsgesundheit am Beispiel der Schweinehaltung unterbreitet, die jedoch soweit von prinzipiellem Charakter sind, dass die Methodik der Zusammensetzung verschiedener indirekter Tiergesundheitsparameter zu einer „benchmarkfähigen“ Tiergesundheitsbeurteilung von Tierbeständen auch auf alle anderen Nutztierarten übertragen werden kann.

AutorInnen:
Prof. Dr. Thomas Blaha
Dr. Diana Meemken
Außenstelle der Tierärztlichen Hochschule Hannover
Büscheler Straße 9
49456 Bakum

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