07.10.2004- Pressemeldung 1/2004: Mehr Lebensmittelsicherheit, sachgerecht umsetzen

07.10.2004- Pressemeldung 1/2004: Mehr Lebensmittelsicherheit, sachgerecht umsetzen

Über 300 Tierärzte aus der Überwachungspraxis und Gewerbetreibende befassen sich auf dem Seminar des BbT 9.11.04 im Maritim Fulda mit Neuregelungen zu Lebensmittelhygiene. Alle Produktionsstufen von Futtermitteln und Lebensmitteln werden inzwischen einer tief greifenden Innovation zur Gewährleistung höchst möglicher Lebensmittelsicherheit unterzogen. Dokumentationen, Informationen aus der Lebensmittelkette und Rückverfolgbarkeit weisen auf das Prinzip "Vom Stall bis auf den Tisch" hin. Risikobewertungen bei der Überwachung sind allgemein festgeschrieben. Insgesamt soll Transparenz erreicht werden, indem alle Glieder der Lebensmittelproduktionskette (Landwirtschaft - Ladentheke) enger miteinander kommunizieren. Der Grundsatz muss gelten:

 Neue Stufe für mehr Lebensmittelsicherheit sachgerecht umsetzen!

Verantwortliche Gewerbetreibende müssen geeignete Sicherheitsmaßnahmen wählen. Tiergesundheit sowie Wohlbefinden der Tiere werden in die ganzheitliche Überwachung einbezogen. Identitätskennzeichnung und Rückverfolgbarkeit über alle Produktions- Verarbeitungs- und Vertriebsstufen ist so konzipiert, dass immer ein Verantwortlicher bis hin zur Gewinnung auffindbar ist. Die Kontrolle der Kontrolle vom Stall bis zum fertigen Lebensmittel wird gemeinhin zur Kernaufgabe der "neuen" Veterinärverwaltung. Die bisher getrennten Verantwortlichkeiten für Tiergesundheit und öffentliche Gesundheit in der Veterinärverwaltung sind als Ganzes zu sehen. Nur ernst zu nehmende Vorarbeiten des Lebensmittelherstellers werden auch zu einer quantitativen Entlastung der Überwachung führen. Qualitativ werden zukünftig an den überwachenden amtlichen Tierarzt höhere Anforderungen gestellt. Auch muss er sich zukünftig mehr in der Rolle eines Koordinators zur Überprüfung der Unterlagen und den darin enthaltenen gesundheitsrelevanten Informationen sehen. Die Aufsicht über das Hilfspersonal und dessen Schulung erhält einen noch höheren Stellenwert. Heute ist solchen Infektionskrankheiten und deren Erregern besondere Beachtung zu schenken, die nicht immer mit klinischen Erscheinungen ablaufen und am Tier aufgrund fehlender pathomorphologischer Veränderungen unentdeckt bleiben. Rückkopplungen zum Herkunftsbetrieb und dort vorhandener, verlässlicher Qualitätssicherungssysteme
müssen stattfinden. Schlachttieruntersuchungen in Kombination mit verlässlichen Lebensmittelketteninformationen werden essentiell. Für die Neuerungen gerüstet zu sein bedeutet Konzepte zur Fort- und Weiterbildung zu finden. Diese werden zunehmend als postgraduale Spezialisierung stattfinden.
Überprüfung der Risikobeherrschung in den Produktionsprozessen setzt Kompetenz, verlässliches und gut ausgebildetes Hilfspersonal voraus und macht Kommunikation in der gesamten Lebensmittelkette erforderlich.

Bundesverband der beamteten Tierärzte
Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst e.V. (BbT)
Löwenbreitestr. 18
88326 Aulendorf
Tel. (07525) 942- 212, Fax 942-200
Präsident: Dr. Heinrich Stöppler
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